Der Goldturm

Die Torre del Oro ist zwar bei weitem nicht so lang elegant und alt wie die Giralda, aber ebenso so ruhm und legendenreich, und auch ein Wahrzeichen der Satat. Der massive, Kantige Turmbau war 1220, acht Jahre nach der vernichtenden Niederlage der Mauren bei las Navas de Tolosa, errichtet worden und bildete den wichtigsten der 166 Wehrtürme der gesamten almohadischen Verteidigunsanlage, denn er kontrollierte Hafen und Brückensteg. Er war weder golden noch so nüchtern wie heute, sondern weiss gekalkt und erhielt 1760 einen Turmaufbau mit goldfarbenen Fliesen. Der ungewöhnliche, zwölfeckige Grundriss lässt auf einen ” Windturm” schliessen, der allen zwölf Winden die Stirn bietet.

Der Goldturm (Sevilla - Spanien)

Der Goldturm (Sevilla - Spanien)

Im laufe seiner knapp 800 jährigen Geschichte hat der Turm siebzehn verschiedene Funktionen ausgeübt : Zunächst diente er ab 1220 als Verteidigunsturm, dann den chiristlichen Eroberern ab 1271 als Kapelle, später als Leuchtturm, Münze und Gefängnis, als Festpavillon für die Könige, als Wartesaal vor ihrer Einschiffung, als Tresor, Taubenschlag und Blitzableiter, als Messlatte für den Wasserstand (denn die aussen angebrachten Kacheln erinnern an diverse Überschwemmungskatastrophen ), als Kandelaber mit Festbeleuchtung, Pulverturm, Bastei nd Aquarium, als Büro und Wohnhaus. Heute beherbergt er das Marinemuseum, das Seekarten und Navigationsintrumente ausstellt,  und er zeigt Schiffsmodelle, Fischfanggeräte, Bilder und Grafiken.

Unten am Fluss, wo in Sevilla glanzvollsten Zeiten die Galleonen ankerten, die nach Amerika ausliefen oder mit Schätzen beladen von dort zurückkehrten, liegen heute Boote für Rundfahrten bereit. Nach anstrengeder Stadtbesichtigung genau das Richtige: eine Bootsfahrt auf dem Guadalquivir zu den schönsten Brücken über dem Fluss und dem Expo-Gelände.

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