Die Kathedrale

“Bauen wir eine Kathedrale, sprachen die Domherren, so gross und schön,dass alle,die sie sehen,uns für wahnsinnig halten”. Die alte siebzehenschiffige Moschee inmitten der Stadt, die seit der Eroberung durch Ferdinand III. im Jahr 1248 als Bischofskirche gedient hatte, wurde abgerissen und an ihrer Stelle 1401 der Bau einer riesigen Kirchenanlage begonnen. Mit einer Grundfläche von 166 mal 76 Metern und einer Höhe von 40 Metern sollte sie die grösste Lathedrale Europas und die drittgrösste Kirch der Christenheit werden. Der Neubau wurde damit begründet, dass die Moschee baufällig sei und beim nächsten Erdbeben einstürzen würde.

Die Kathedrale - Sevilla (Spanien)

Die Kathedrale - Sevilla (Spanien)

Sevillas Gotteshaus, Santa Maria de la Sede, das in der relativ Kurzen Bauzeit von nur 105 Jahren vollendet wurde, sollte ein steinernes Manifest der siegreichen Christenheit werden, zu einer Zeit, als die Muslime mit dem Königreich Granada immer noch den Südosten Spaniens besetz hielten.Man begann zuerst mit der Errichtung der Westfassade, doch schon hier zeigte sich, dass vieles begonnen, aber nur wenig vollendet werden konnte, die heutige Portalanlage wurde erst im 19. Jahrhundert fertiggestellt.

Der Innenraum der Kathedrale wird an den Längsseiten durch eine Reihe von Kapellen eingefasst, von denen allein die Taufkapelle nahe der inneren Westfassade eine genauere Betrachtung verdient. Über dem Altar befindet sich das riesige Gemälde der Vision des Helligen Antonius, ein Werk des berühmten sevillanischen Malers Murillo.

Das Herzstück der kathedrale bildet die Capilla Real, die Königskapelle in der grossen Ostapsis, die 1551 bis 1575 im plateresken Stil ausgeführt wurde. Die kostbare kirche in der kirche dient als Grablege könig Ferdinands III. dessen reichverzierter barocker Schrein auf denm Sockel des ursprünglichen Grabes ruht. Hier haben sich die Reste hebräischer, arabischer lateinischer und altspanischer Inschriften erhalten, die das Monument als Stiftung von könig Alfons X. ausweisen. Auf einem Silbersessel im Scheitel der kapielle thront die von allen Sevillanern hochverehrte Virgen de los Reyes (Jungfrau der könige), eine mit wertvollem Schmuck überladene Madonnefigur.

Neben der kathedrale steht das Indienarchiv und Alcazar als drittes Weltkulturerbe an der Plaza del Triunfo. Der Orangenhof, der ehemalige Vorhof der Moschee, wird von einer zinnengekrönten Mauer und Arkaden mit Hufeisenbögen eingefasst. Den muslimischen Reinigunsritualen vor dem Gebet diente der zentrale Brunnen, den ein westgotisches Becken bekrönt.

An der brunnengeschmückten Plaza Virgen de los Reyes, wo auch der Erzbischöfliche Palast mit üppigem Barockportal liegt 18.Jh. zweigt die orangebaumbepflanzte und von Bars gesäumte Mateos Gago Strasse ab, die das Viertel Santa Cruz begrenzt. Von hier bietet sich ein besonders schöner Blick auf die Giralda.

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